Koalitionsverhandlungen zur Pflege: Mehr Nachbesserungen – weiterhin fehlen Vision und Mut zur Pflegewende!

Die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD zur Pflege bleiben vage. Positiv zu erwähnen sind die geplante Einführung eines Jahresbudgets und die Vereinfachung von Leistungen der Verhinderungs-, Kurzzeit- und Tagespflege für pflegende Angehörige. Die Einführung präventiver Hausbesuche kann nur positiv sein, sofern sie an unabhängige Beratungsdienste gekoppelt werden.

Zur Pressemitteilung

Sondierung von Union und SPD: Das steht im Abschlusspapier

Und wieder ein SCHLAG INS GESICHT DER PFLEGENDEN ANGEHÖRIGEN !!
Noch weniger als zu befürchten war 🙁 !!
* FAMILIEN : nichts zu pflegenden Angehörigen
* PFLEGE: ausschließlich die beruflich Pflegenden, die verbesserte Ausbildung und verbesserte
Arbeitsbedingungen; zu pflegenden Angehörigen gibt es eine kleine Verbesserungen für die Kinder von
pflegebedürftigen Eltern, die stationär, d.h. im Heim untergebracht sind =>

Auf das Einkommen der Kinder von pflegebedürftigen Eltern soll künftig erst ab einem Einkommen in Höhe von 100.000 Euro im Jahr zurückgegriffen werden. 

THAT´S ALL! Hier hat die SPD eine große Chance auf SOZIALE GERECHTIGKEIT wirklich vertan!
Da 73% aller pflegebedürftigen Menschen familiär versorgt und gepflegt werden und die Pflegereformen nachweislich nur minimalistisch Verbesserung für die pflegenden Angehörigen gebracht haben, zeigt es wieder, dass das marktwirtschaftliche System weiter manifestiert wird.
Prinzip „Goldene Nase“ der Pflege-Lobby geht also weiter!
Enttäuschend, denn die Sondierungsgruppe „Pflege“ hatte mit 9 Vertretern 3 Gruppenmitglieder mehr, als die anderen Gruppen und umso wichtiger wird unsere Stimme für pflegende Angehörige sein!

Link-Tipp: http://www.tagesschau.de/inland/sondierung-groko-einigung-101.html

Grüne wollen Pflege-Krise überparteilich lösen

Berlin. Die Grünen wollen mit einer kurzfristigen parlamentarischen Initiative die Missstände in der Pflege überparteilich lösen. “Das Parlament sollte die Zeit bis zur Regierungsbildung sinnvoll nutzen und ein `Sofortprogramm Pflege‘ beschließen”, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland”. “Wir werden gleich zu Beginn des neuen Jahres in der ersten Sitzungswoche zwei Anträge in den Deutschen Bundestag einbringen.”

Den “Pflegenotstand” habe die letzte Koalition jahrelang ignoriert, kritisierte die Grünen-Politikerin. “Nun werden die vielen Pflegerinnen und Pfleger weiter hingehalten.” Die Grünen fordern die Neueinstellung von jährlich 25.000 zusätzlichen Pflegekräften in Krankenhäusern. Dies soll gewährleisten, dass nachts keine Pflegekraft auf einer Station allein ist. Zudem forderte Göring-Eckardt einen klar definierten Betreuungsschlüssel. “Es braucht verbindliche Vorgaben, für wie viele Patientinnen und Patienten eine Pflegekraft zuständig sein soll – und zwar nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten.” Die Grünen hoffen jetzt auf überparteiliche Unterstützung. “Wir hoffen, dafür eine Mehrheit zu finden, nur so können wir den Pflegenotstand beenden, den es vielerorts gibt”, sagte Göring-Eckardt. Den Versuch einer gemeinsamen Initiative im Bundestag habe SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles abgelehnt, sagte die Grünen-Politikerin. “Es ist schade, dass die SPD-Fraktion da mauert”, sagte Göring-Eckardt.

Pflegexperte beklagt dramatischen Personalmangel in Heimen

Der Münchener Pflegexperte Claus Fussek beklagt einen dramatischen Personalmangel in den Heimen. “Pflege im Akkord ist weiterhin an der Tagesordnung, ist Alltag. Das Pflegepersonal am Bett hat immer noch zu wenig Zeit für den Einzelnen”, sagte der Fachautor dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland”. “Man muss nur einmal in ein Heim gehen und fragen, wie viele Mitarbeiter es dort im Spät- und Nachtdienst gibt.” Oft seien es nicht mehr als zwei, die dann aber 30 Pflegebedürftige zu versorgen hätten. “Es ist ein Skandal, wenn so wenig Personal nachts für schwerstpflegebedürftige, unruhige, manchmal auch sterbende Menschen da ist. Aber darüber zu reden, ist in diesem Land fast schon tabu”, so Fussek weiter. “Wir brauchen endlich ein Ende der Allianz des Schweigens und Wegschauens, einen Aufstand der Anständigen.” Nach Einschätzung des Pflegexperten hat die jüngste, vor einem Jahr in Kraft getretene Reform zwar Verbesserungen für Demenzkranke und pflegende Angehörige gebracht. “Aber das Grundproblem ist damit nicht gelöst. Es fehlt unverändert an Personal in der häuslichen und stationären Pflege”, so Fussek. “Es wird nicht gefragt, was wir brauchen, um unsere Alten und Pflegebedürftigen würdevoll zu versorgen, sondern immer nur, was wir uns leisten können.” +++

Quelle: https://www.fuldainfo.de/gruene-wollen-pflege-krise-ueberparteilich-loesen/

Unser Kommentar:

NUR REALISTISCH MACHBAR, WENN DIE  PFLEGENDEN ANGEHÖRIGEN MITEINBEZOGEN WERDEN !!! 
 
Wo sind die PFLEGENDEN ANGEHÖRIGEN im Konzept der GRÜNEN ?
Wir leisten 73% der Pflege in Deutschland und warten auf Ihr Angebot!

LAP-Sitzung am 23. November 2017

„Der Markt machts…?“

Am 23. November 2017 fand die erste Sitzung des Landesausschuss Alter und Pflege (LAP) unter dem neuen Minister Karl-Josef Laumann statt. Im wunderschönen Düsseldorfer Rathaus nutzte der Minister die Möglichkeit, um den LAP über seine pflegepolitischen Leitlinien für die kommenden Jahre zu informieren. Dabei sprach er verschiedene Herausforderungen an, die das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unter seiner Leitung angehen wird.

Dazu gehören der Fachkräftemangel in der Pflege, der Mangel an Hausärzten im ländlichen Raum und die einfachere Integration von zugewanderten Pflegekräften in den deutschen Arbeitsmarkt. wir pflegen NRW unterstützt das Ziel des Ministeriums hier mit verschiedenen Maßnahmen für nachhaltige Lösungen zu sorgen.

Laumann stellte in seiner Rede zudem die Frage nach der Grundausrichtung des deutschen Pflegesystems. So betonte er die positiven Wirkungen der geltenden Marktmechanismen im Pflegesektor, die er für die Vielfalt an Angeboten in der Pflege als ursächlich ansieht. Gleichzeitig verwies er auf die Problematik, dass Angebot und Nachfrage in der Kurzzeitpflege – insbesondere in Notsituationen – häufig im Missverhältnis zueinander stehen.

Wir pflegen NRW e.V. schätzt die Wirkungen des Marktes in der Pflege kritisch ein. „Wir sehen an vielen Stellen, dass der Markt nicht automatisch für bedarfsgerechte Lösungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige sorgt“, so der stellvertretende Vorsitzende Christian Pälmke. „Wir müssen daher sehr genau hinsehen, wo sich konkrete Probleme auftun. Herr Laumann hat mit der Kurzzeitpflege bereits auf ein erhebliches Problem verwiesen, welches der Markt selbst nicht beheben wird. Hier bedarf es der regionalen Steuerung und Planung durch die Kommune.“

Wir pflegen NRW e.V. unterstützt daher die Entwicklungen und Diskussionen im Zuge des 7. Altenberichts und der rechtlichen Verankerungen im Alten- und Pflegegesetz NRW. „Es bedarf umfassender kommunaler Kompetenzen in der Pflege, die allerdings dann auch zur Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger genutzt werden müssen“, so Pälmke.

Unterstützung für pflegende Kinder und Jugendliche

“Nach der Schule Oma füttern!” – PROJEKT PAUSENTASTE FÜR KINDER UND JUGENDLICHE IN PFLEGEVERANTWORTUNG
Kostenloses Kummer-Telefon ab dem 01.01.2018

Pflegende Angehörige im schwarz-gelben Koalitionsvertrag

Der neue Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Landesregierung ist unterschrieben und verabschiedet. Zeit also für eine kurze Bewertung aus Sicht der pflegenden Angehörigen.

Wie die Wahlprogramme der Parteien bereits vermuten ließen, behandelt auch der Koalitionsvertrag pflegende Angehörige als eigenständige Zielgruppe nur randläufig. Der Fokus der neuen schwarz-gelben Landesregierung liegt auf der Förderung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Insbesondere sollen hier auch Männer in Zukunft stärker in die familiale Sorgearbeit eingebunden werden. So heißt es im Koalitionsvertrag: „Wir brauchen die Unterstützung der Familien bei der Pflege ihrer Angehörigen. Deshalb erarbeiten wir Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und werden die Tages- und Kurzzeitpflegeplätze zur Entlastung aller an der Pflege Beteiligten erweitern.“ Weiterlesen