Kommunale Konferenzen Alter und Pflege
Pflegeplanung vor Ort
In jedem der 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen gibt es eine Kommunale Konferenz Alter und Pflege (KKAP). Diese Runden Tische sind das Scharnier zwischen Verwaltung, Politik, Pflegekassen, Diensten, Wohlfahrt, Kliniken, Wohn- und Quartiersakteuren, Selbsthilfe – und der Perspektive pflegender Angehöriger. Ihr Auftrag: die lokale Pflegeversorgung analysieren, vernetzen und konkret verbessern.
Aufgaben und Funktion
Die KKAP ist Beratungs- und Koordinierungsgremium für die kommunale Pflegepolitik. Sie begleitet die kommunale Pflegeplanung, prüft demografische Entwicklungen und Versorgungsdaten und leitet daraus Handlungsziele ab: von ambulanten Angeboten über Tages-/Kurzzeitpflege bis zu Wohn- und Quartierslösungen. Sie identifiziert Versorgungslücken, empfiehlt Maßnahmen, fördert Schnittstellen zwischen Akteur:innen und macht Vorschläge an Fachausschüsse und Rat. Viele Kommunen nutzen die KKAP zudem, um Prävention und Teilhabe (z.B. Bewegungs-, Begegnungs-, Beratungsangebote) strategisch mit der Pflege zu verzahnen.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Stärkung pflegender Angehöriger: Die Konferenzen holen Erfahrungen aus der Praxis an den Tisch, stoßen Entlastungsstrukturen im Quartier an (Angebote zur Unterstützung im Alltag, Selbsthilfe, Lotsen/Case-Management) und achten darauf, dass Information und Beratung niedrigschwellig und auffindbar sind. Auch bei Innovation – digitale Zugänge, Pflege-Wohngemeinschaften, neue Wohnformen – dient die KKAP als Prüf- und Projektforum, damit gute Ideen rechtssicher und kommunal tragfähig umgesetzt werden.
Wie die KKAP arbeitet
Organisiert wird die KKAP in der Regel durch eine Geschäftsstelle im Sozialamt (Pflegeplanung). Das Gremium tagt mehrmals im Jahr, arbeitet thematisch in Arbeitsgruppen und lässt Protokoll führen. Die Beschlüsse sind Empfehlungen; sie fließen in Vorlagen der kommunalen Gremien ein und können Grundlage verbindlicher Bedarfsplanungen werden. Wichtig ist der Netzwerkeffekt: Die KKAP schafft Verbindlichkeit über Organisationsgrenzen hinweg – etwa zwischen ambulant, teilstationär, stationär, Krankenhaus, Reha, Wohnberatung, Ehrenamt und Selbsthilfe.
Mitwirkung von wir pflegen NRW
In mehreren KKAPs ist unser Verein als stimmberechtigtes Mitglied vertreten – u.a. in den Städten Düsseldorf und Bochum sowie in den Kreisen Warendorf und Herford. Wir bringen dort systematisch die Perspektive pflegender Angehöriger ein und setzen Impulse zu Themen der häuslichen Pflege.
Warum das zählt
Der demografische Wandel erhöht den Pflegebedarf – gleichzeitig fehlen Fachkräfte und Angehörige tragen die Hauptlast. KKAPs sorgen dafür, dass Ressourcen dorthin gelenkt werden, wo sie fehlen, dass Doppelstrukturen vermieden und Lücken geschlossen werden. Kurz: Sie übersetzen große Pflegepolitik in konkrete Lösungen vor Ort – transparent, vernetzt und mit der Stimme der Betroffenen am Tisch.
Vertreten Sie pflegende Angehörige in Ihrer Stadt oder in Ihrem Kreis!
Wir sind bereits in mehreren Kommunalen Konferenzen Alter und Pflege (KKAP) stimmberechtigtes Mitglied und bringen dort konsequent die Perspektive pflegender Angehöriger ein.
Für die Vertretung der Interessen pflegender Angehöriger in weiteren der insgesamt 53 KKAPs in NRW suchen wir ehrenamtlich Engagierte.
Ihre Rolle: an Sitzungen teilnehmen, Anliegen aus der Praxis einbringen, Rückmeldungen in unser Netzwerk tragen. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht erforderlich – wir bereiten Sie vor und begleiten Sie mit Materialien und Austausch.
Interesse? Melden Sie sich kurz bei uns – wir freuen uns auf Sie!