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Positionen und Stellungnahmen

Pflegende Eltern nachhaltig stärken

Positionen und Stellungnahmen
Pflegende Eltern nachhaltig stärken
Januar 2025 | Positionspapier

Unsichtbar, unterschätzt und unzureichend unterstützt

Das vom Arbeitskreis pflegender Eltern unseres Bundesverbandes herausgegebene Positionspapier beschreibt die Lage pflegender Eltern in Deutschland, begründet politischen Handlungsbedarf und formuliert konkrete Forderungen an die Bundespolitik, geordnet nach Ressorts.

In Deutschland leben rund 330.000 Kinder/Jugendliche/junge Menschen mit Beeinträchtigungen, Behinderungen oder chronischer Erkrankung (6 % aller Pflegebedürftigen). Die Situation von Familien mit pflegebedürftigen Kindern unterscheidet sich grundlegend von der Pflege älterer Menschen: Die Pflege eines behinderten oder chronisch kranken Kindes ist oft langfristig oder lebenslang und führt zu massiven Einschnitten in finanzielle und persönliche Spielräume. Bürokratie, unklare Zuständigkeiten und mangelnde Unterstützung prägen den Alltag.

Wir fordern deshalb eine ressortübergreifende Gesamtstrategie, die Pflege, Gesundheit, Familie, Teilhabe, Bildung und Arbeit zusammen denkt. Dazu gehören klare Zuständigkeiten, weniger Schnittstellenprobleme, eine bessere Datengrundlage sowie verbindliche Umsetzungs- und Fortschrittsberichte – unter Beteiligung betroffener Familien.

Im Bereich Gesundheit & Pflege schlagen wir vor, Entlastungsleistungen zu bündeln und unbürokratischer nutzbar zu machen – insbesondere über ein flexibles Entlastungsbudget. Zentral sind außerdem der Ausbau geeigneter Kurzzeitpflege für Kinder und Jugendliche, verlässliche Tages-/Nachtangebote sowie ein Recht auf Ganztags- und Ferienbetreuung für behinderte Kinder. Ebenso wichtig ist eine qualifizierte, spezialisierte Beratung für pflegende Eltern und eine bessere Versorgung von Menschen mit Behinderung – etwa durch Stärkung von Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) und Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) sowie Verbesserungen bei Hilfs- und Heilmitteln.

Im Bereich Arbeit & Soziales steht die Armutsgefährdung pflegender Eltern im Mittelpunkt, weil ein Elternteil häufig nicht (voll) erwerbstätig sein kann – besonders belastend für Allein- oder Getrennterziehende. Wir plädieren für pflegesensible Arbeitsbedingungen (z.B. mobiles Arbeiten, flexible Zeiten), wirksame Nachteilsausgleiche und eine Wahlmöglichkeit zwischen Lohnersatzleistung und einem Care-Gehalt. Unser Ziel ist, pflegende Eltern nachhaltig zu stärken – damit Pflege in Familien nicht zu dauerhafter Überlastung und sozialer Benachteiligung führt.