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Nachruf

In Erinnerung an Edeltraut Hütte-Schmitz

Nachruf
In Erinnerung an Edeltraut Hütte-Schmitz

Eine persönliche Erinnerung

Edeltraut Hütte-Schmitz – geschätzte Vorstandskollegin und engagierte Mitstreiterin bei wir pflegen NRW – ist am Ostersonntag 2026 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Edeltraut Hütte-Schmitz war bereits im Verein wir pflegen aktiv, als ich sie kennenlernte. Nach langen Jahren der Pflege ihres Mannes, der an ALS erkrankt war und den sie bis zuletzt zu Hause gepflegt hatte, war es ihr ein großes Anliegen, ihre Erfahrungen über die mangelnde Unterstützung durch das Pflegesystem konstruktiv in politische Arbeit einzubringen und sich für Verbesserungen zu engagieren. Ihr beruflicher Hintergrund als Ökonomin half dabei, die gesetzlichen Lücken zu durchschauen und die Daten und Fakten der Pflegeversicherung und des Versorgungssystems zu analysieren und damit die Grundlage für fundierte politische Forderungen zu erarbeiten.

Doch dieser Blick war ihr nicht genug: Sie schöpfte nicht nur aus ihrer eigenen Erfahrung, sondern ihr war klar, dass andere pflegende Angehörige mit ganz anders gelagerten Pflegesituationen zurechtkommen müssen und dafür Unterstützung brauchen.
Edeltraut hatte stets ein offenes Ohr für die Herausforderungen und Belastungen unserer Mitglieder. Viele werden sich an tröstende und unterstützende Worte von ihr erinnern. Auf Mitgliederversammlungen und anderen Treffen sah ich sie immer als aufmerksame Zuhörerin in den Pausen, am Mittagstisch und bis spät in die Nacht. Diese unterschiedlichen Einzelerfahrungen, ergänzt mit systematischen Mitgliederbefragungen, formte sie zu einer authentischen Stimme für pflegende Angehörige.

Meine gemeinsame Arbeit mit Edeltraut begann direkt mit meinem Eintritt in den Verein. Wir bereiteten eine Stellungnahme zu einer Anhörung im Landtag NRW vor und stellten fest, wie fruchtbar diese Zusammenarbeit war und wie gut wir uns ergänzten. Unzählige Wochenenden verbrachten wir danach mit der Arbeit an Positionen und Stellungnahmen – und Edeltraut hatte immer ein leckeres Essen vorbereitet. Das war ein Hobby von ihr, das ich gerne genoss. Viele Termine im politischen Raum nahmen wir gemeinsam wahr, vor allem im Landesausschuss Alter und Pflege NRW, im Landtag NRW und im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW. Aus Kolleginnen wurden Freundinnen.

Und dann vor wenigen Monaten die Diagnose: ausgerechnet auch ALS. Edeltraut wusste, was auf sie zukam – aber es war eine rasend schnelle Entwicklung. Umso wichtiger wäre eine schnelle Unterstützung gewesen. Doch jetzt musste sie am eigenen Leib die Versorgungslücken erleben, gegen die sie selbst so engagiert gekämpft hatte. Die Hilfsmittel, die Edeltraut einen würdevollen Abschied ermöglicht hätten (vor allem eine Kommunikationshilfe), hat sie nicht erhalten. Ihre Geschichte und ihr großes Vorbild spornen mich und unseren Verein an, uns weiter intensiv für pflegende Angehörige einzusetzen.

Notburga Ott aus dem Vorstand von wir pflegen NRW